Gut gefaltet - Packraumtüren des Minitrix-BDyg
Als im Jahre 2020 die neu konstruierten und wirklich hervorragend gelungenen Minitrix-Umbauwagen in den Epochen III und IV erschienen, sorgte jedoch ein kleines Detail für (m)eine enttäuschte Verwunderung:
Die Epoche-IV-typischen, vierfenstrigen Falttüren am Modell mit Packabteil der Wagenbauart BDyg wurden nämlich ohne Not dem Epoche III-Wagen verpasst. Hingegen erhielt die Epoche IV-Ausführung jene zweifenstrigen Türnachbildungen aus der Entwicklungszeit dieser sogenannten DB-Umbauwagen.
Welch eine Enttäuschung für den vorbildorientierten Kenner, gibt es doch in dieser Version bereits das ebenfalls ansprechende Roco-Modell.
Natürlich waren beim Vorbild die alten, zweifenstrigen Falttüren auch bis weit in die Epoche IV hinein gebräuchlich. Ob und inwieweit umgekehrt diese modernen Packraumtüren an Umbauwagen der Epoche III verbaut wurden, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen.
Fest steht, dass die Epochenzuordnung der Modelle beider Erscheinungsformen eher ungünstig erscheint und daran wollte ich etwas ändern.
Als im Jahre 2024 die Umbauwagen als "Allgäu-Zollern-Bahn"-Modelle von Minitrix erneut erschienen, erwarb ich schließlich einen BDyg aus dieser Serie. Der Vorteil: Es handelt sich natürlich um Epoche IV-Wagen. Dem konkreten Vorbild der "Allgäu-Zollern-Bahn"- Ausführung geschuldet, ist der entsprechende BDyg auch mit den vierfenstrigen Packraumfalttüren versehen.
Dieses Wagenmodell bot mir endlich die Möglichkeit, das lang erhoffte Modell des BDyg in seiner repräsentativen Epoche IV-Erscheinungsform zu generieren.
Abbildung:
Der Vergleich mit dem entsprechenden Vorbildfoto zeigt was gemeint ist: Das Modell entspricht nun der gewünschten Epoche IV-Ausführung.
Abbildungen:
Es ist eigentlich ganz simpel: Der hellgrüne Streifen muss verschwinden - und schon erscheint das Modell im gewünschten Zustand.
Aber bekanntlich liegt der Teufel im Detail, denn die Entfernung dieses Streifens ist eine ziemliche Geduldsprobe und birgt die erhebliche Gefahr, das Modell nachhhaltig und irreversibel zu ruinieren.
Deshalb an dieser Stelle mein ausdrücklicher Hinweis:
Nur nachmachen, wenn man eine absolut ruhige Hand hat, über das passende Equipment verfügt und sich ganz sicher in der Sache ist.
Im ersten Schritt wurde der grüne Streifen mit einer unbenutzten Klinge eines hochwertigen, medizinischen Skalpell supervorsichtig unter starker Vergrößerung entfernt. Von jeglichen Bastelmessern aus dem Hobbybereich rate ich für diesen Zweck unbedingt ab. Es folgte der sehr sanfte Nass-Beschliff mit 1000er Körnung, um eventuell kleinere Unebenheiten im dunkelgrünen Lack zu beseitigen.
Nach der vollständigen Entfernung des hellgrünen Streifens wurde der Wagen - soweit möglich - demontiert. Die Entnahme der Fenster war aufgrund der rigiden Verklebung leider nicht möglich. Deshalb versiegelte ich alle Fenster mit Maskol. Auch die Beschriftungen unterhalb der Fenster wurden möglichst kantennah mit Maskol abgedeckt.
Um nun einen homogenen, gleichmäßigen Farbton auf dem nassbeschliffenen Teilbereich des Wagenkastens zu erzielen, lackierte ich nach dem Abkleben der betroffenen Teilbereiche einen hauchdünnen Farbauftrag in chromoxidgrün (RAL 6020) aus dem Weinert-Programm auf. Das geschah ebenfalls mit einer geeigneten Airbrush - es sollte zu diesem Zwecke schon eine aus dem höheren Preissegment sein.
Anschließend entfernte ich das Maskol von den Beschriftungen, sowie die Klebestreifen unterhalb der Fenster.
Der letzte Farbauftrag ist nämlich ein Klarlack als Versiegelung, weshalb dafür auch die Fenster noch abgedeckt bleiben mussten.
Nach dem vollständigen Durchtrocknen kümmerte ich mich noch um die Farbgestaltung im Wageninneren und verbaute die von Trix vorgesehene Innenbeleuchtung.
Abbildung:
Die ausgiebig Geduld erfordernden Arbeitsschritte werden mit einem wirklich ansprechenden Modell belohnt.
Immerhin handelt es sich bei dem BDyg um einen "Brot- und Butterwagen", dessen profane Normalität und gleichzeitige Omnipräsenz zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn schlichtweg nach einer entsprechenden Modellumsetzung schreit.
Das Ergebnis ist jedenfalls eine lupenreine, handwerkliche Arbeit - ganz ohne Farbtrennkanten. Daran kann man als Insider nur Freude haben 😊
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